Die Schweizer sind doch sehr merkwürdig. Zumindest in vielerlei Hinsicht. Denken wir nur mal an das Besteuerungssystem, was sicherlich einigen zu gute kommt. Nun haben sich die Schweizer (SIEA) zum Thema Gewaltspiele geäußert. Hinter SIEA (Swiss Interactive Entertainment Association) verbirgt sich der Zusammenschluss von Schweizer Video- und Computerspiel Hersteller, Entwickler und Publisher.
Der Tenor lautet: Jugenschutz ja, generelles Verbot nein! An für sich doch eine gute Strategie, oder?! Es zeigt doch, dass sich die Branche Gedanken macht und Wege sucht wie man die aufkommenden Probleme und vorallem die Auswirkungen der Gewaltspiele eindämmen kann. Wenn unsere Politiker mal soweit denken würden dann wären wir auch um einige Schritte weiter und es gäbe nicht so viele Diskussionen wie sie derzeit stattfinden.
Gleiches Recht für alle Medien
Prohibitive Ansätze wurden anfangs auch hier in Erwägung gezogen, aber letztendlich verworfen, da ein monokausaler Zusammenhang von medialen Gewaltdarstellungen und Gewalt in der Gesellschaft als nicht haltbar erachtet wurde.
Wirkungsvoller Jugendschutz
Den Umgang mit dem noch jungen Medium zu lernen ist weit effektiver, als sich der Illusion hinzugeben, dass mit der Prohibition etwas erreicht werden kann.
Effektive Selbstregulierung
Ein absolutes Verbot von Videospielen ist unverhältnismässig, widerspricht dem Stand der Wissenschaft und ändert an der Nachfrage nach Inhalten für erwachsene Spieler nichts.
Bereits heute setzen sich der Schweizer Handel und die Industrie aktiv für Jugendschutz und die Beachtung der Pegi-Normen ein. An jeder Verkaufskasse erfolgen konsequent Alterskontrollen.
Verbot ist praxisfern
Der Ruf nach einem Verbot ist vielfach Ausdruck einer Überforderung und Hilflosigkeit einer älteren Generation, sind doch Videogames längst Teil des Kultur- und Unterhaltungsangebots von Kindern und Jugendlichen, aber auch von einer wachsenden Zahl Erwachsener. Weit sinnvoller als wissenschaftlich unfundierter, populistisch getriebener Aktionismus unter dem Deckmantel des Jugendschutzes ist die Förderung von Medienkompetenz gekoppelt mit einer rechtlich verbindlichen Selbstregulierung durch die Anbieter in den Bereichen Videogames, Film und Video.
Quelle: siea.ch