Zwar erkennt der Bundesrat an das Gewalt in der virtuellen Welt unter Umständen zu Gewalt in der realen Welt führen kann, will aber dennoch nicht auf Verbote verzichten.
Um die Jugend vor Gewalt in den Medien zu schützen, wie beispielsweise vor “Killerspielen”, haben Parlamentarier von links bis rechts Verstöße eingereicht. Doch der Bundesrat ist weiterhin der Meinung, dass keinerlei direkter Zusammenhang zwischen Gewaltkonsum und Gewaltausübung besteht. „Ein Medium wirkt nie allein”, so Olivier Steiner der für den bundesrätlichen Bericht die Grundlage erstellt hat. Nur die Kombination von brutalen Shooter-Games mit anderen Faktoren könnte zu einem gewalttätigen Verhalten führen, räumt der Bundesrat ein. Daher wird sich der Bundesrat nur auf prüfen, beobachten und koordinieren beschränken. Falls die Ziele nicht durchgesetzt werden, besteht weiterhin die Möglichkeit selber noch aktiv zu werden.
Die Stellungnahme stößt jedoch beim Bund auf Kritik. SP-Nationalrätin Chantal Galladé plädiert für einheitliche Schutzrichtlinien. Ferner fordert sie ein Verbot von extremen Gewaltdarstellungen. Eine Entscheidung über ein Verbot von Killerspielen am Computer wird vom Nationalrat für nächste Woche erwartet.
Für Oliver Steiner ist es aber viel wichtiger, dass die Kinder den Umgang mit den neuen Medien lernen. Denn nur so kann verhindert werden, dass bei Kindern unter 12 Jahren die über einen längeren Zeitraum exzessive Gewalt anschauen, das Risiko der Beeinflussung vermindert wird. Allerdings ist auch die eigene Persönlichkeit des Jugendlichen mitentscheidend für die Auffassung von Gewalt.
Quelle: Basler Zeitung