Die Kölner Psychologin Julia Kneer forscht an der Uni Köln und ist der Meinung, dass es viele Faktoren gibt, die die Gewaltbereitschaft bei Jugendlichen hervorruft. Voraussetzung für Gewalt ist Frustration, ohne diese geht gar nichts, so die Psychologin Kneer.
Studien, die belegen, dass es minimale Zusammenhänge zwischen Gewaltbereitschaft und “Killerspielen” gibt und denen die dieser Aussage widersprechen, sind ja eher widersprüchlich. Für sie ist klar, dass Killerspiele Gewaltpotenziale bei Spielern hervorrufen können, die Auslebung der dabei entstehende Gewalt sei allerdings ein anderer Faktor.
Nur weil man bei den Amokläufern von Winnenden und Columbine Killerspiele und Gewaltfilme gefunden hat, was für 18-jährige doch normal sei, sei das noch lange nicht ein Indiz für die alleinige Schuld der Killerspiele. Hier spielen nämlich noch andere Faktoren wie das soziale Umfeld, die Persönlichkeitsstruktur, Isolation und Frustration ein Rolle, so Julia Kneer. Solche Debatten gibt es schon seit den 80er Jahren und da war die Darstellung der Bilder am Monitor noch eher “kriminell”.
In einem selbstdurchgeführtem Experiment, ob die Wahrnehmung eines Gewaltspiels bei Jugendlichen, die regelmäßig spielen und bei denen die noch nie zuvor gespielt hatten, eine Beeinflussung hat, war interessant. Das Ergebnis war, dass die Komponente Zeit keinerlei Einfluss auf die Aggressionsbereitschaft hat. Ferner konnte mit der Studie belegt werden, dass mit “Killerspielen” Aggressionen assoziert werden. Dafür informierte man die Gruppe VORHER darüber, dass dies ein Bestandteil des Experiments sei. Der Aggressionspegal war demnach schon VOR dem Experiment erhöht, was auf die negative mediale Beeinflussung zurückzuführen ist, erklärt die Psychologin Kneer.