Ursprünglich sollten die Intel Friday Night Games in der Landeshauptstadt Baden-Württembergs in Stuttgart statt finden. Jedoch nach dem Blutbad von Winnenden, wo 16 Menschen starben, wurde das „Killerspiel”-Event abgesagt. Ein Ersatzort der Veranstaltung war mit der Karlsruher Schwarzwaldhalle schnell gefunden.
Doch nun werden Proteste nicht nur aus Politik lauter, sondern auch Leser der örtlichen Zeitung zeigen die „rote Karte”. Eine Unterschriftenliste soll in Schulen und Kindergärten ausgelegt werden um das „Killerspiel”-Event zu verhindern. Martina Alberti, eine der Initiatoren der Unterschriften-Sammelaktion, möchte aus Solidarität mit den Opfern solch eine Veranstaltung in Karlsruhe nicht haben. Man beruft sich beispielsweise auf den Ulmer Hirnforscher Manfred Spitzer der davor warnt, dass „Killerspiele” gewalttätiger machen, wenn sie viel gespielt werden.
Zu Unrecht behandelt fühlen sich dagegen etwa zwei Millionen Mitglieder die zur Electronic Sports League (ESL) zählen. Matthias Flierl, vom Veranstalter Turtle Entertainment, bestätigt, dass das „Killerspiel” Counter-Strike nun mal das beliebteste Spiel in der Computerspiel Szene sei und Gewalt bei diesem „Killerspiel” ein Element sei. Ferner ist Flierl der Meinung, dass es viel mehr um sportliche Aspekte wie Teamgeist, Taktik und Schnelligkeit geht, wenn der amtierende deutsche Warcraft-3-Meister und der Vizemeister der Counter-Strike 1.6 n!faculty um entscheidende Punkte kämpfen. Wie andere ins Fußballstadion strömen, so strömen rund 1500 Teilnehmer in die Karlsruher Schwarzwaldhalle und weitere Tausende fiebern im Internet mit, was doch nur die Beliebtheit der „Killerspiele” widerspiegelt.
Stadtchef Heinz Fenrich, CDU, sieht momentan keinen Anlass für eine Absage auch wenn er persönlich solche „Killerspiele” für bedenklich hält. Ihm bzw. den Kommunen seien sogar die Hände gebunden, da Counter-Strike ab 16 Jahren freigegeben ist und daher nicht auf einer Verbotsliste steht. Ihm ist es wichtig, dass die Öffentlichkeit dazu bewegt wird sich mit den Auswirkungen von Ego-Shooter-Spielen auch öffentlich auseinanderzusetzen. Außerdem sei ja auch die Bundeszentrale für politische Bildung mit Vorort, um die Eltern zu beraten.
Unterstützung findet der Karlsruher Stadtchef Fenrich nur von der „Piratenpartei Baden-Württemberg”, die im Netz für mehr Freiheit eintritt. Die Gruppierung wirft seinen Gegnern Populismus vor, die kein Verständnis für die Jugendkultur habe. Sebastian Bauer, Südwest-Piraten-Chef, findet, dass solche „Killerspiele” heutzutage ein fester und völlig legitimer Bestandteil der Medienlandschaft sei.
Auf der Seite der Gegner stehen noch viel zu viele. So hat CDU-Kreischef Ingo Wellenreuther klargestellt, dass die Schwarzwaldhalle nicht für „Killerspiele” Veranstaltungen vermietet werden soll. Auch die Freien Wähler/BüKA halten die Computernacht für ein völlig falsches Signal. Die Grünen und SPD sind etwas reservierter, da sie im Vorfeld nicht wirklich eingebunden wurden. Prominente Unterstützung außerhalb Karlsruhes gibt es kaum. Innenminister Heribert Rech (CDU) fordert ein klares Verbot für „Killerspiele” und im Städtetag Baden-Württembergs wäre auch von einer Zustimmung zur Vermietung der Halle abgeraten worden, wenn eine Anfrage eingetroffen wäre.
Die Frage, ob das „Killerspiel”-Event (FNG) der Öffentlichkeit ein Forum bieten soll, bleibt also weiterhin umstritten und löst sogar einen heftigen Streit zwischen allen Beteiligten aus! Nötig oder unnötig, das ist hier die Frage?!
Quelle: heise online