Bei der Burnout-Serie von Criterion-Games ging es schon hoch her, doch was ihr Black-Op-Kämpfer Jack Kellar jetzt alles kurz und klein schlägt, lässt selbst den Terminator erstaunen. Doch kann solch ein Karneval des Terrors über die gesamte Spielzeit überzeugen oder gibt es irgendwann Ladehemmungen?
Von allen Seiten zischen die Kugeln an mir vorbei, durch Fenster, zerschossene Gebäude und ausgebrannte Autos. In einer russischen tobt ein unerbittlicher Krieg zwischen mir – Jack Kellar – und den Terroristen. Ich renne von einem Schutz zum anderen doch alles wird zerschossen, doch die nahende Hauswand bietet mir Schutz und eine kleine Pause meine Waffen durchzugehen. Zwei Waffen kann ich tragen und tausche meine Pistole gegen das Sniper Gewehr und setze an. Kurze Zeit später steht eine andere Gruppe von Widersachern vor mir, doch mit einem gekonnten Wurf der Splittergranate waren sie auf einmal weg.
Da haben die Kameraden wohl beim Sterben ihre Shotgun liegen lassen, die schnappe ich mir sofort und lasse sie den Rest spüren.
Auf einmal explodiert der neben mir stehende LKW mit einem Riesenknall, der etwas weiter weg stehende Bazooka-Schütze scheint verantwortlich. Doch wie gut das ich noch Eins von maximal Drei Heilpaketen dabei habe – Ahhh.
So sieht eine “normale” Situation in Black aus. In weitläufigen Innen- und Außenarealen müsst ihr euch durch die Reihen schlagen, doch solltet ihr vorsichtig bei der Wahl eurer Taktik bleiben. Rennt ihr einfach los habt ihr gute Chancen als Sandkasten Sieb zu enden, doch schießt ihr aus der Deckung und bindet herumstehende Ölfässer und den Tank des LKWs der da hinten steht mit ein, kann es funktionieren und die ausgelöste tödliche Kettenreaktion haust alle um.
Es gibt immer mehrere Wege an die Situationen zugehen, doch muss man wachsame Augen haben, denn der Terrorist mit dem Raketenwerfer steht vielleicht direkt um die nächste Ecke – und er ist schnell und zielsicher.
Wer etwas erleben möchte sollte schon auf Stufe “Normal” anfangen. Da dürft ihr euch schon mit bis zu zehn Gegnern gleichzeitig schlagen, di dann aber auch aus allen Himmelsrichtungen kommen. Die KI erscheint zwiespältig: In manchen Abschnitten verteidigen sich die Gegner klug und gut, doch rennen sie auch oft genug ins offene Feuer und stehen auf einmal neben dir und wissen doch nichts zu tun. Nach der überzeugenden Preview hätte man hier mehr erwarten können.
Ein weiteres Problem stellt das Speichern dar. Manchmal müsst ihr bis zu einer Stunde spielen um eine Mission zu beenden; sterbt ihr, könnt ihr ab einem Checkpoint einen neuen Versuch starten. Diese sind allerdings rar gesät und ihr müsst es noch mal spielen, was auf Dauer frustrierend sein kann. Doch kommt es am nächsten Tag noch dicker, ihr könnt nur ab Missionsanfang starten, nicht ab dem letzten Speicherpunkt!
Auch beim großen Finale wird es selbst auf normaler Schwierigkeitsstufe happig, hier stürmen große Scharen von Gegnern auf einen zu, an denen man wirklich zu beißen hat und weiß man doch nicht wie man das Finale knacken kann.
Wer das Spiel zum ersten mal präsentiert bekommt, wird wahrscheinlich von den atemberaubenden Bildern regelrecht erschlagen. Die Außenareale offenbaren sich in einer phänomenale Weitsicht mit grandiosen Lichteffekten die mit zum besten gehören was eine Konsole z.Z. leisten kann. Das spiegelt sich unter anderem in den Baumkronen der Waldabschnitte, dem Mündungsfeuer eurer Waffe oder dem aufgewirbelten Staub nach einem heftigen Schusswechsel. Ein einziges, jedoch nicht wirklich ins Gewicht fallende, Manko könnte der Bildaufbau in weitläufigen Abschnitten sein.
Ein weiteres kleines Highlight ist die Nachladesequenz: der Hintergrund wird unscharf gestellt und rückt die ohnehin auf dem Bildschirm dominierende Waffe noch weiter in den Mittelpunkt.
Dabei gibt es: Pistolen, MPs, MGs, Bazookas und Scharfschützengewehre die nicht nur gut aussehen, sondern auch Klangtechnisch überzeugen. Dabei sollte man auf Dolby Surround nicht verzichten, denn in großen Feuergefechten kann man sein Wohnzimmer in ein wahren Kriegsschauplatz verwandeln, wobei der Subwoofer mal richtig Leistung bringen muss.
Begleitet wird der Einsatz von passenden heroischen Soundtracks aus der Feder von Michael Giacchino, der unter anderem für die US-Serie Lost komponierte.
Zwischensequenzen, dargestellt mit realen Schauspielern, überzeugen in ihrer Darstellung und Schnitt und unterstützen das Film-Flair, dass das ganze Spiel durchströmt.
Die Story von Black ist nicht sonderlich einfallsreich, geht es doch um ein Verhör indem Black die vergangenen Einsätze Revue passieren lässt und es einem klar werden lässt, warum man das eigentlich macht.
Doch mit den Stunden kommt es bei diesem Spiel leider zu nachlassendem Spielspass, da es einfach an Abwechslung fehlt. Da stellen sich fragen wie: Warum kann ich die dicken, stationären Geschütze nicht bedienen? Warum fahren mit Soldaten besetzte LKWs nicht? Warum kann ich nicht springen oder eine Leiter hochklettern.
Auch die augenscheinliche Weitläufigkeit der Szenarien ist angebunden an lineare Levelpfade – Schade!
Einsamer Wolf
Aber bei allen Sachen die die Dinge schlechter machen kann man ja wenigstens mit seinen Freunden gemeinsam den Lukas hauen. Denkste!
Das Spiel wäre wunderbar dafür geeignet und würde auch der Langzeitmotivation zugute kommen. Doch leider ist das Spiel dafür nicht ausgelegt und mit Neun Stunden ist der Spaß auch relativ schnell vorbei.
Bei Beendigung des Spiels werden zwar weitere Schwierigkeitsgrade und neue Waffen frei geschaltet, doch stellt man sich die Frage, ob man das wirklich machen möchte.