Ob der Computerspiele-Abend der bayerischen Landtagsabgeordneten Eindruck hinterlassen hat, wird sich wohl in den kommenden Wochen und Monaten zeigen. Neben Grand Theft Auto IV, Boxen (mit einer Wii) oder Guitar Hero standen den Abgeordneten nicht nur “Killerspiele” zur Verfügung sondern auch “Vergnügungsspiele”.
Am Mittwoch Abend hatte der Bayerische Landtag zum “Parlamentarischen Computerspiele-Abend” ins Maximilianeum geladen. Ziel dieses Abends war, den Abgeordneten die Gelegenheit zu geben die Spiele einfach mal selbst zu testen. Um nachher besser beurteilen zu können ob ein Innenminister Joachim Herrmann (Verbot für Killerspiele) oder eine Christine Hadertauer vom Sozialministerium (Verweigerung der Jugendfreigabe für Online-Rollenspiele) zu unterstützen sind oder nicht.
Etwa 30 Abgeordnete aus vier Fraktionen folgten der Einladung ins Maximilianeum. Fern blieben nur die Freien Wähler, da sie derzeit andere Sorgen haben, wie man mitteilen ließe. Für den Rest standen so 63 Spiele zur Wahl. Trotz des großen Medieninteresses ließen sich die bayerischen Abgeordneten nicht aus der Ruhe bringen und griffen nach Plastikgitarren oder Controllern um virtuell zu Ballern, Hüpfen oder um Autorennen zu fahren.
Reaktionen der Abgeordneten
“Zuhause habe ich lediglich ein Schachspiel auf dem Computer, hier kann ich neue Spiele kennen lernen”, so Alexander Radwan (CSU).
“Schlagkräftige Argumente kann man nie genug haben”, so begeisterte sich Tobias Thalhammer (FDP) für den Boxkampf mit der Wii Sport.
“Ich spiele nur Sportspiele, auf keinen Fall Shooter. Ich schieße nicht auf Menschen in der realen Welt, also werde ich das auch nicht in der virtuellen tun”, erklärte Simone Tolle (Grüne).
Auf die Frage zum Verbot von Killerspielen waren sich Alexander Radwan und Tobias Thalhammerbeide einig: Es ist nicht zu verleugnen dass es schädliche Spiele gibt. In erster Linie haben die Eltern die Pflicht den Kindern die notwendige Medienkompetenz zu vermitteln und nicht der Staat, der ja nicht alles regeln sollte.
Glücklicherweise blieb es für Simone Tolle auch nur virtuell, denn ihre Sprünge und Stürze auf den Blades hätten sonst fatale Folgen gehabt – doppelter Schien- und Wadenbeinbruch.
Schließlich zeigten einige Parlamentarier noch großes Talent bei “Guitar Hero”. Wir hoffen, dass wenigstens ein Teil der Abgeordneten einen besseren Eindruck/ein besseres Verständnis von unserer Szene bekommen haben. Und die gewonnenen Eindrücke bei den anstehenden Abstimmungen zu neuen Gesetzen mitberücksichtigt werden!
Quelle: sz